CDU Kreisverband Böblingen

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Wahlkampfauftakt von Sabine Kurtz mit Wolfgang Bosbach in Aidlingen-Deufringen

Die knapp 200 Sitzplätze im Schlosskeller reichten am 19. Februar bei weitem nicht aus, es war brechend voll. Schließlich hatte Sabine Kurtz zum Wahlkampfauftakt geladen und dazu den prominenten CDU-Politiker Wolfgang Bosbach mitgebracht.

 

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Nach der Begrüßung durch den Aidlinger Vorsitzenden Edgar Benz sprach Thomas Rott als stellvertretender Bürgermeister das Grußwort im Namen der Gemeinde Aidlingen. Darin ging er auf die örtliche Situation bei Flüchtlingen und in der Kinderbetreuung ein.

Sabine Kurtz freute sich über die vielen Besucher. Ihrer Meinung nach trügt das Idyll des Ministerpräsidenten als gemütlicher Bienenzüchter, denn gleichzeitig herrscht in der Bildungspolitik großer Unmut. Kurtz forderte, das Konzept der Gemeinschaftsschulen zu überprüfen und Realschulen sowie Gymnasien zu stärken, ohne die Eltern zu bevormunden. Weitere parteipolitische Unterschiede hob Kurtz im Verhältnis zur Polizei hervor: Anstatt wie die Grünen durch die Kennzeichnungspflicht den Beamten das Misstrauen auszusprechen, will die CDU die Polizei durch mehr Stellen stärken. Kurtz beklagte steigende Einbrüche im Kreis Böblingen und die missglückte Polizeireform, so dass die Polizei trotz unzähliger Überstunden ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Große Differenzen zwischen Schwarz und Grün erkannte Kurtz auch in der Flüchtlingspolitik und sieht falsche Anreize im Festhalten an Geld- statt Sachleistungen sowie in der Einführung einer Gesundheitskarte. Neben dem Bekämpfen der Fluchtursachen forderte Kurtz, mehr Länder zu sicheren Drittstaaten zu erklären. Dabei befürchtete sie den nächsten Kuhhandel Kretschmanns, der im Gegenzug Altfälle von der Abschiebung ausklammern will. So droht er damit das gerade beschlossene Asylpaket 2 auszuhebeln. Weil all diese Probleme nicht von Grün-Rot lösbar sind, ist für Sabine Kurtz klar, dass der nächste Ministerpräsident Guido Wolf heißen muss. Zum Schluss forderte sie die Bürger auf: „Gehen Sie zur Wahl und wählen Sie CDU, die Baden-Württemberg-Partei.“

Wolfgang Bosbach spannte in seiner 3/4-stündigen Rede einen sehr weiten Bogen, der hier nur punktuell wiedergegeben werden kann. Bosbach sieht sich selbst nicht als Rebell, sondern es geht ihm immer um die Sache. Denn „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, ist schnell verwitwet“! Gerade wegen lebhafter Diskussionen hat die CDU in der Geschichte immer die richtigen Entscheidungen getroffen, z.B. bei der sozialen Marktwirtschaft und beim NATO-Doppelbeschluss. Nach dutzenden Wahlkämpfen ist er sich auch im Internet-Zeitalter noch sicher, dass die Wähler vor allem mit guten Argumenten im persönlichen Gespräch zu überzeugen sind. Viel Zeit nahm sich Bosbach für die Auseinandersetzung mit dem Islam: Er hat keine Angst vor einer Islamisierung Deutschlands, aber vor einer Ent-Christianisierung. Dagegen hat Bosbach Probleme mit dem Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“. Während wir die allermeisten Moslems als Nachbarn und Kollegen schätzen, sieht Bosbach ein Problem in der Zunahme der Salafisten, denen gegenüber null Toleranz gezeigt werden darf. In der Flüchtlingskrise riet Bosbach, Probleme nicht zu tabuisieren, sonst werden sie immer größer. „Es ist grundfalsch, dafür in die rechte Ecke gestellt zu werden“, so Bosbach. Er forderte schnellere Asylverfahren, angemessene Unterkünfte und die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt. In Bezug auf Europa stellte Bosbach fest, es ist leichter Milliarden zu verteilen als Flüchtlinge. Abschließend widmete sich Bosbach dem Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Er zeigte am Beispiel der Schweiz auf, dass viele Patente auch großen Wohlstand bedeuten. Für seine Rede wurde Bosbach mit stehenden Ovationen bedacht.

In seinem kernigen Schlusswort grenzte der Kreisvorsitzende Dr. Dr. Matthias Kauffmann die CDU deutlich von der AfD und den Grünen ab: Die einen europafeindlich, die anderen ideologisch. Allein bei der CDU sieht er die Fokussierung auf das Machbare.

Alles in allem eine überaus erfolgreiche Veranstaltung. Besser kann man den Wahlkampf nicht beginnen!

Michael Bär

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